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SCHMUNZELECKE
 

Ein Tag im Leben einer Lehramtsanwärterin
Hallo,
ich bin Svende Stier und seit Sommer 2007 Lehramtsanwärterin an der GGS Börgersbruch.
Zurzeit unterrichte ich Mathematik in einem ersten Schuljahr und Englisch in drei dritten Klassen.

Dienstags, 07.20 Uhr
BRRRRRRRRRRR….
Der Wecker klingelt und auf geht es.
Während ich frisch und munter am Frühstückstisch sitze, wundert sich mein Verlobter, wie gut gelaunt und wie viel ich zur frühen Stunde schon erzählen kann.

08.15 Uhr
Ich habe meine Tasche, meine Kiste für Englisch mit den Bildkarten, Wortkarten und Kleidungsstücken für das neue Thema „Froggy’s clothes“, die Arbeitsblätter habe ich gestern eingepackt - oder? – besser noch einmal nachgucken. Natürlich sind sie da, aber Kontrolle ist besser. Für Mathe brauche ich den Korb mit den Forscherheften, an denen ich die letzten Wochen mit einer Freundin gearbeitet habe. Super, dann kann es ja losgehen. Upps, das wichtigste Fehlt – Froggy, der riesige Kuscheltierfrosch, der heute den Kindern, das neue Englischthema näher bringen will. Okay, Froggy kommt also auch unter den Arm und los geht es die Stufen unserer Dachbodenwohnung hinunter. „Svende brauchst du Hilfe?“, höre ich meinen Verlobten rufen, während ich schwankend die Treppe herunter balanciere. „Nee, geht schon, danke. Bis heute Abend.“ Denn eine Sache muss an im Referendariat als erstes lernen – Wie schaffe ich es möglichst viele Sachen auf einmal zu tragen, ohne wie ein Packesel auszusehen?

08.30 Uhr
Nachdem ich im Auto noch einmal den heutigen Tag durchgegangen bin, stellt mich das Novemberwetter vor eine erneute Herausforderung: es gießt aus Kübeln. Na Klasse, wie soll ich den nun den ganzen Krempel heile in das Gebäude bringen? Aber anstatt den Schirm zu benutzen und einfach mehrmals zu gehen, entscheide ich mich für die schnellere Lösung: Kapuze auf, Sachen unter die Arme, Schlüssel zwischen die Finger eingehakt und LOS. Nun sehe ich mit meiner Pelzkapuze zwar nicht wie ein Packesel, aber dafür wie ein bepackter Bär aus.



08.45 Uhr
Die Mathesachen sind im Lehrerzimmer verstaut und die 2. Schulstunde kann beginnen. Während ich die Tür zum Klassenraum der 3b öffne, kommen mir bereits englische Klänge entgegen, da Frau Heinbruch mit den Kindern „Brother Jacob“ singt.
Ich ordne erst einmal meine ganzen Taschen, Kisten und Stofftiere. Den Kindern fällt gar nicht mehr auf, dass ich jedes Mal ein kleines Klassenzimmer mitbringe, da sie mich gar nicht anders kennen. „Good morning, boys and girls.“ Die Stunde startet und nachdem ich „Froggy“ und unser neues Thema vorgestellt habe, sind die Kinder begeistert und stürzen sich in die Arbeit. Am Ende der Stunde stehen 30 kleine Frösche vor mir, mit denen ich einen selbst ausgedachten Rap einübe. Da die Reihe für meinen 3. Unterrichtsbesuch geplant wurde, steckt besonders viel Arbeit in der Vorbereitung, die sich aber spätestens bei diesen Bildern gelohnt hat.

30 kleine Frösche und Froggy ist mittendrin


 



 

Bye-bye.



10.00 Uhr
Nach der 1. großen Pause geht es in die Klasse 1b, in der heute ebenfalls ein neues Thema mithilfe von Forscherheften eingeführt wird. „Wir werden Figurenexperten und am Ende der Reihe kommen alle einen Forscherpass.“ Diese Ankündigung sorgt für große Motivation und Unverständnis bei einigen Schülern, die sich am Ende der Stunde wundern warum es heute noch keine Pässe gibt. „Schau dir noch einmal an, was wir in unserem Plan noch alles bearbeiten müssen, bevor wir Experten sind.“ „Stimmt.“



11.30 Uhr
In der 2. großen Pause sortiere ich meine Unterlagen neu und überlege, welche Materialien heute in der Schule bleiben können, damit ich nachher nicht wieder voll gepackt nach Hause wanken muss.



11.45 Uhr
Die 3c ist auch hin und weg von „Froggy“ und arbeitet trotz erster Ermüdungserscheinungen in der 5. Stunde fleißig mit.



12.30 Uhr
Dienstags ist immer Teamsitzung von den jeweiligen Jahrgangsstufen, aber für mich auch alle 2 Wochen Englischfachseminar in Bochum. Ich verstaue meine sofern noch irgendwie möglich in mein Fach und flitze schon wieder zu meinem Auto. Das nächste Ziel ist der Parkplatz an der Autobahn, wo noch schnell ein Brötchen gegessen wird, die Seminarsachen aussortiert werden und dann geht es mit einer Freundin weiter zum Seminar. Da unsere Spritrechnungen immer höher werden, versuchen wir etwas Geld zusparen und fahren zusammen. Hierbei wird immer eine Menge gelacht und sich ausgetauscht.



14.00-16.30 Uhr
Das Englischseminar kommt mir heute ewig vor, da es draußen mittlerweile stockfinster ist. Wir stellen und neue Wortschatzspiele, Lieder und Kinderbücher vor, denn das lernt man auch sehr schnell: Einer für alle, alle für einen.

17.00 Uhr
Eigentlich bin ich total müde und muss zuhause noch etwas vorbereiten, aber heute nehme ich mir die Zeit und schwitze noch ein bisschen im Fitnessstudio. Wie habe ich eigentlich meine Sporttasche ins Auto bekommen?!



19.30 Uhr
Geduscht, die Sachen für den nächsten Tag vorbereitet und immer noch total unruhig setze ich mich an den Küchentisch, da es schon herrlich nach Pasta mit Tomatenchilliesauce duftet, die mein Verlobter für mich gemacht hat. „Svende, du setzt dich jetzt hin und isst. In die Schule musst du morgen noch früh genug.“



20.00 Uhr
Den Abend vor dem Fernseher ausklingen lassen und die anderen reden lassen, ist auch mal schön.